Vorbildlicher Einsatz für Entwicklung der Stadt

Fünf Stadträte erhielten am Freitag im Rathaussaal die Goldene Bürgermedaille „für hervorragende Verdienste"

Träger der Goldenen Bürgermedaille 2010

Oberbürgermeister Markus Pannermayr (links) verlieh den langjährigen Stadträten Peter Mittermeier, Fritz Keller, Rudolf Lichtinger, Christine Schrock und Elisabeth Speigl (von links) die Goldene Bürgermedaille. Dazu gratulierten auch Regierungspräsident Heinz Grunwald, Bürgermeisterin Maria Stelzl und Bürgermeister Hans Lohmeier.
 

Im feierlichen Rahmen der Festsitzung des Stadtrats überreichte am Freitag Oberbürger- meister Markus Pannermayr fünf verdienten Stadträten die Goldene Bürgermedaille: Christine Schrock (SPD), Elisabeth Speigl (FWG), Rudolf Lichtinger (CSU), Peter Mittermeier (CSU) und Fritz Keller (SPD). Die Goldene Bürgermedaille ist nach der Ehrenbürgerwürde die höchste Auszeichnung der Stadt. „Für hervorragende Verdienste" lautet die Inschrift. „Sie haben über zwei Jahrzehnte lang mit vorbildlichem Einsatz die Entwicklung unserer Stadt gefördert", unterstrich Pannermayr.

Hier der Wortlaut des Oberbürgermeisters aus der Festsitzung des Stadtrates:

Verehrte Festgäste,
verdiente Persönlichkeiten mit der Goldenen Bürgermedaille auszuzeichnen, weil sie durch ihre Stadtratsarbeit über zwei Jahrzehnte lang mit vorbildlichem Einsatz die Entwicklung unserer Stadt gefördert und auch maßgebend mitgestaltet haben - dies ist wahrlich ein angenehmer und zugleich ehrenvoller Auftrag. Ich erfülle diesen Auftrag sehr gerne, zumal er einem einstimmig gefassten Stadtratsbeschluss entspringt.
„20 Jahre aktive Mitarbeit im Stadtrat Straubing“ - wer über einen so langen Zeitraum hinweg ein kommunales Ehrenamt bekleidet, hat zweifelsohne eine öffentliche Anerkennung verdient.
Im Ehrenamt als Stadtrat wird positive Arbeit für die Gemeinschaft geleistet, es wird viel Zeit, Kraft und Energie investiert, es werden eigene Interessen zurückgestellt und mitunter auch persönliche Opfer gebracht. Es ist nicht selbstverständlich, dass Menschen, die beruflich vorwärts kommen wollen und die dazu eine Familie haben, noch bereit sind, die wenige Freizeit für ein kommunales Ehrenamt zu opfern.
Die zwei Kolleginnen und die drei Kollegen des Stadtrates, die heute ausgezeichnet werden, haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten tatkräftig mitgeholfen, unsere Stadt gemeinsam ein entscheidendes und deutlich sichtbares Stück voranzubringen. Sie haben eine Vielzahl von Projekten der Daseinsvorsorge für unsere Bürger mitdiskutiert, Denkanstöße gegeben und bei wichtigen Weichenstellungen mit entschieden.
Die Arbeit eines Stadtrates ist heute nicht immer einfach. Begehrlichkeiten und Ansprüche wachsen, die Finanzierung der Aufgaben wird immer schwieriger. Wer spürt das mehr als ein kommunaler Mandatsträger? Bei einer Abstimmung im Stadtrat gibt es nur „Ja“ oder „Nein“, keine Enthaltung. Und die Reaktion der Bürgerinnen und Bürger erfährt man unmittelbar, manchmal durchaus auch harsche Kritik. Kritik zu üben ist wichtig, aber sicher auch einfacher, als sich selbst zu engagieren. Der griechische Philosoph Platon hat dazu vor langer Zeit formuliert: „Diejenigen, die zu klug sind, um sich in der Politik zu engagieren, werden dadurch bestraft, dass sie von Leuten regiert werden, die dümmer sind als sie selbst.“
Andererseits liegt aber gerade in der Fülle der Aufgaben und der Komplexität der Themen der besondere Reiz, eine Herausforderung, in der man auch Erfüllung in der Kommunalpolitik finden kann.
Sie, verehrte zu Ehrende, Sie alle haben mehr als das Notwendige, mehr als das im Allgemeinen Erwartete für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt geleistet. Wer sich solange in der Kommunalpolitik halten kann, - immerhin ist dies Ihre vierte Amtsperiode - der besitzt schließlich auch das Vertrauen und die Anerkennung der Bürgerschaft.
 
Christine Schrock und Fritz Keller, beide aus der SPD-Fraktion, wurden mit der Goldenen Bürgermedaille ausgezeichnet.


Verehrte Festgäste,
ich darf nun zur Würdigung der Verdienste der heute zu Ehrenden kommen.

Frau Kollegin Christine Schrock nimmt - wie die übrigen heute zu Ehrenden - dieses Ehrenamt seit 1990 mit großem persönlichem Einsatz wahr. Sie leistet seit mehr als zwei Jahrzehnten anerkannt wertvolle Stadtratsarbeit und sie zählt längst zu den erfahrenen Stützen Ihrer Fraktion.
Du, liebe Christine, bist eine geschätzte Kollegin im Plenum und in zahlreichen Fachausschüssen. Deine Arbeitsschwerpunkte setzt Du im Sozialausschuss, im Jugendhilfeausschuss und im Stiftungsausschuss - also vornehmlich im Sozialbereich!
Du gehörst aber auch dem Haupt- und Finanzausschuss sowie dem Personalausschuss als Mitglied an und Du vertrittst die Stadt bereits seit 20 Jahren mit großer Sachkenntnis als Verbandsrätin im Zweckverband Abfallwirtschaft Straubing Stadt und Land und seit dem Jahr 2002 auch im Zweckverband Müllkraftwerk Schwandorf.
In all diese Gremien bringst Du dich ein, Du informierst dich im Vorfeld über die Themen, die es zu behandeln gilt - bist also stets bestens vorbereitet - und gerade deshalb ist Deine Mitarbeit in diesen Fachausschüssen so wertvoll.
In Deiner Fraktion wirst Du vor allem geschätzt wegen Deiner sprichwörtlichen Zuverlässigkeit, Deiner Flexibilität, Deiner Effizienz und Sachlichkeit. Bei Dir, liebe Christine, spürt man, dass Du Freude am kommunalpolitischen Engagement hast. Besonders die Frauenpolitik liegt Dir am Herzen: Du vertrittst die Auffassung, dass es grundsätzlich viel zu wenig Frauen in der Kommunalpolitik gibt und Du giltst als leidenschaftliche Kämpferin für die Rechte der Frauen.
Neben dem Sozialbereich waren es deshalb vor allem frauen- bzw. familienpolitische Themen, denen Du dich mit großartigem Engagement gewidmet hast und immer wieder widmest:
Anfang der 90er Jahre - also in deiner ersten Wahlperiode im Stadtrat - hast Du mit Vehemenz und Leidenschaft für die Errichtung eines Frauenhauses in Straubing gekämpft. Nicht zuletzt Deinem Einsatz war es zu verdanken, dass dieses dann im Januar 1995 eröffnet werden konnte.
Weitere Arbeitsfelder von Dir waren die Optimierung der Hilfen für Frauen in Not, der Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen und das Thema „Frauen im Arbeitsleben“. Familiengerechte Öffnungszeiten in Kindergärten lagen Dir ebenso am Herzen wie beispielsweise eine ausreichende Anzahl von Hortplätzen.
Verehrte Frau Kollegin Schrock,
liebe Christine,
neben der kommunalpolitischen Arbeit engagierst Du dich auch in weiteren Ehrenämtern: seit exakt zehn Jahren fungierst Du als Vorsitzende des Ortsvereins Straubing der Arbeiterwohlfahrt, Du bist Gründungsmitglied des Frauengesundheitszentrums und Du engagierst dich beim Kinderschutzbund und im Frauenhaus.
Besonderen Spaß bereitet Dir die Arbeit mit den Seniorinnen und Senioren. Hier organisierst Du Veranstaltungen, Ausflugsfahrten und dein Organisationstalent kommt in dieser Funktion so richtig zur Geltung.
Es ist, meine Damen und Herren, gerade im Ehrenamt sehr wichtig, mit Freude und Spaß bei der Sache zu sein. Dann merkt man nämlich, dass ehrenamtliches Engagement nicht nur Einsatz, Stress und viele Arbeitsstunden bedeutet, sondern dass einem auch eine Menge an Glück und Zufriedenheit zurückgegeben wird. Und deshalb ist unsere Stadtratskollegin Christine Schrock auch als Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt an der richtigen Stelle.
Verehrte Frau Kollegin Schrock,
liebe Christine,
ich freue mich sehr, dass wir dich heute für Deinen Einsatz und Deine Leistungen auszeichnen dürfen mit der Goldenen Bürgermedaille der Stadt Straubing.
Herzlichen Glückwunsch!

Verehrte Festgäste,

Kollege Fritz Keller gehörte dem Stadtrat Straubing bereits von Mai 1990 bis April 2008 - also volle 3 Wahlperioden lang - an und er ist aufgrund des Ergebnisses der Kommunalwahl 2008 im Juni 2009 als Nachrücker für den leider verstorbenen Stadtratskollegen Bernd Uekermann erneut Mitglied dieses Gremiums geworden.
Sie, sehr geehrter Herr Kollege Keller, leisten seit 1990 anerkannt wertvolle Stadtratsarbeit. Sie sind ein wichtiges Mitglied in zahlreichen Ausschüssen des Stadtrates, wie beispielsweise im Personalausschuss, im Schulausschuss, im Bauausschuss und im Liegenschaftsausschuss. Sie vertreten die Stadt als Verbandsrat im Berufsschulverband Straubing-Bogen und Ihre Mitarbeit wird ebenso geschätzt im Aufsichtsrat der Stadtwerke Straubing GmbH und im Aufsichtsrat der Städtischen Parkhaus GmbH. Damit sind auch bereits die Arbeitsschwerpunkte Ihrer Stadtratstätigkeit genannt.
Bis auf einen, nämlich Ihr Einsatz für die Jugendarbeit bzw. die Jugendlichen in Straubing.
Sie hatten Zeit Ihres Arbeitslebens als Diplom-Verwaltungswirt und Berufsberater beim Arbeitsamt Straubing stets mit jungen Leuten zu tun und seit Sie erstmals ein Stadtratsmandat erhalten haben, haben Sie sich zum Sprachrohr der Jugend gemacht - und dies äußerst erfolgreich! Der Stadtrat hat Sie in Ihrer ersten Wahlperiode von 1990 bis 1996 zum Verwaltungsrat für Jugendfragen bestellt.
Als Stadtrat und als Verwaltungsrat haben Sie immer das Gespräch mit den Jugendlichen gesucht und ihre Anliegen ernst genommen. Sie haben Sich in zahlreichen Kolumnen im Straubinger Tagblatt für Belange unserer Jugend eingesetzt und Sie haben so manche Anregung und so manchen Wunsch - verwaltungstauglich formuliert - in die Arbeit des Stadtrates eingebracht.
An Fleiß, Einsatz und Engagement haben Sie sich von keiner Kollegin und von keinem Kollegen im Stadtrat übertreffen lassen: Sie haben in den knapp 20 Jahren Ihrer Stadtratstätigkeit mehr als 400 Anträge an den Oberbürgermeister bzw. an die Stadtverwaltung gestellt. Dies ist mit Sicherheit ein Rekord.
Egal, ob es sich um die mangelhafte Beleuchtung einer Straße oder den Wunsch nach staubfreien Straßen handelte, ob es Anträge auf Verkehrsberuhigung oder auf das Aufstellen von Parkbänken durch die Stadtgärtnerei sind - sie formulierten das Anliegen und stellten einen entsprechenden Antrag.
Vor allem setzten und setzen Sie sich immer auch für die Belange und Wünsche des sogenannten „kleinen Mannes“ ein. In Ihren häufigen und vor allem regelmäßig stattfindenden Sprechstunden im Rathaus nehmen Sie sich der vielfältigen Anliegen der Bürgerinnen und Bürger an und kleiden diese Wünsche in entsprechende Anträge an die Stadt.
Verehrter Kollege Keller,
Ihr Motto lautete seit jeher: Sie wollen „etwas bewegen“!
Und Sie haben in der Tat auch vieles bewegt bzw. vieles bewirken können.
Hier nur einige Beispiele:
- Sie haben maßgebend zur Realisierung des Bandhaus-Projektes, das mit seiner Selbstverwaltung einmalig in Bayern war und ist, beigetragen.
- Sie haben sich mit Vehemenz für den Aktivspielplatz eingesetzt (bzw. die Bereitstellung entsprechender Haushaltsmittel angemahnt).
- Sie waren es, der Anfang der 90er Jahre das Jugendparlament in unserer Stadt initiiert hat. Straubing war mit dieser Einrichtung damals deutschlandweit Vorreiter. Sie, Herr Keller, haben dieses Projekt mehrere Jahre lang intensiv begleitet und unterstützt, weil sich die parlamentarische Arbeit der Jugendlichen schwierig gestaltete. Ihre Intention war es, damit der Jugend eine Chance zu geben, Demokratie zu lernen und zu praktizieren. Nachdem dieses „Straubinger Modell“ schließlich 1998 aus vielfachen Gründen scheiterte haben Sie vor drei Jahren zusammen mit mehreren Mitstreitern einen neuen Anlauf unternommen und einen entsprechenden Antrag an die Stadt gestellt.
Meine Damen und Herren,
Kollege Fritz Keller engagierte bzw. engagiert sich immer noch ehrenamtlich bei zahlreichen Vereinen unserer Stadt: beim Schwimmverein, beim Pétanque-Club, beim Verein „Freunde Romans“, beim Förderverein „St. Nikola“, bei der Straubinger Volksbühne und beim Bandhaus Straubing e.V.:
Besonders erwähnenswert ist sein Einsatz für den Tierschutz. Er ist selbstverständlich Mitglied im Tierschutzverein und bei der Katzenschutzinitiative.
Sehr geehrter Herr Kollege Keller,
viele Ihrer Kolleginnen und Kollegen im Stadtrat schätzen Sie aufgrund Ihrer Kollegialität, Ihrer offenen Art, Ihrer Zuverlässigkeit und Ihrer Fairness. Ich freue mich, dass ich Sie heute für Ihr verdienstvolles ehrenamtliches Wirken mit der Goldenen Bürgermedaille der Stadt Straubing auszeichnen darf.
Herzlichen Glückwunsch!

Verehrte Festgäste,
es ist für mich nunmehr eine große Ehre, namens unserer Bürgerschaft und namens des Stadtrates Straubing die Bürgermedaille an fünf Kolleginnen und Kollegen des Stadtrates auszuhändigen.

Verehrte Frau Schrock,
verehrte Frau Speigl,
sehr geehrte Kollegen Keller, Lichtinger und Mittermeier,
lassen Sie sich herzlich beglückwünschen zu dieser Auszeichnung und lassen Sie mich gleichzeitig der Hoffnung Ausdruck geben, dass Sie alle unsere gemeinsame Arbeit im Plenum und in den Ausschüssen noch viele Jahre mit Ihrer Erfahrung und Sachkenntnis mittragen werden.
Nicht vergessen möchte ich an dieser Stelle auch Ihre Angehörigen, besonders natürlich die Ehepartner, die keinen geringen Anteil an den Verdiensten der heute Auszuzeichnenden haben. Wir alle wissen, dass ein kommunales Amt nicht nur Erfüllung und Bestätigung mit sich bringt, sondern manchmal auch Ärger, der selbst vor dem Privatleben in der Familie nicht Halt macht. Die Ehepartner halten in der Regel den Mandatsträgern den Rücken frei und sie müssen immer wieder großes Verständnis aufbringen. Dafür an dieser Stelle ein herzliches „Vergelt’s Gott“!
Gleichzeitig verbinde ich mit meinen Glückwünschen an die heute Auszuzeichnenden auch meinen anerkennenden Dank an alle Bürgerinnen und Bürger, die sich in unserer Stadt im Ehrenamt engagieren. Sie leben mit ihrem Wirken Tugenden vor, ohne die unser Sozialwesen nicht funktionsfähig wäre, Tugenden, die wir heute mehr denn je dringend brauchen.
Verehrte Festgäste,
ich freue mich nunmehr, die Goldene Bürgermedaille der Stadt Straubing aushändigen zu dürfen.

 

 

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