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Fünf Stadträte erhielten am Freitag im
Rathaussaal die Goldene Bürgermedaille „für hervorragende
Verdienste"
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Oberbürgermeister Markus Pannermayr (links) verlieh den
langjährigen Stadträten Peter Mittermeier, Fritz Keller,
Rudolf Lichtinger, Christine Schrock und Elisabeth Speigl (von
links) die Goldene Bürgermedaille. Dazu gratulierten auch
Regierungspräsident Heinz Grunwald, Bürgermeisterin Maria
Stelzl und Bürgermeister Hans Lohmeier.
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Im feierlichen Rahmen der Festsitzung des Stadtrats überreichte
am Freitag Oberbürger- meister Markus Pannermayr fünf verdienten
Stadträten die Goldene Bürgermedaille: Christine Schrock (SPD),
Elisabeth Speigl (FWG), Rudolf Lichtinger (CSU), Peter Mittermeier
(CSU) und Fritz Keller (SPD). Die Goldene Bürgermedaille ist nach
der Ehrenbürgerwürde die höchste Auszeichnung der Stadt. „Für
hervorragende Verdienste" lautet die Inschrift. „Sie haben über
zwei Jahrzehnte lang mit vorbildlichem Einsatz die Entwicklung
unserer Stadt gefördert", unterstrich Pannermayr.
Hier der Wortlaut des Oberbürgermeisters aus der Festsitzung des
Stadtrates:
Verehrte Festgäste,
verdiente Persönlichkeiten mit der Goldenen Bürgermedaille
auszuzeichnen, weil sie durch ihre Stadtratsarbeit über zwei
Jahrzehnte lang mit vorbildlichem Einsatz die Entwicklung unserer
Stadt gefördert und auch maßgebend mitgestaltet haben - dies ist
wahrlich ein angenehmer und zugleich ehrenvoller Auftrag. Ich
erfülle diesen Auftrag sehr gerne, zumal er einem einstimmig
gefassten Stadtratsbeschluss entspringt.
„20 Jahre aktive Mitarbeit im Stadtrat Straubing“ - wer über einen
so langen Zeitraum hinweg ein kommunales Ehrenamt bekleidet, hat
zweifelsohne eine öffentliche Anerkennung verdient.
Im Ehrenamt als Stadtrat wird positive Arbeit für die Gemeinschaft
geleistet, es wird viel Zeit, Kraft und Energie investiert, es
werden eigene Interessen zurückgestellt und mitunter auch
persönliche Opfer gebracht. Es ist nicht selbstverständlich, dass
Menschen, die beruflich vorwärts kommen wollen und die dazu eine
Familie haben, noch bereit sind, die wenige Freizeit für ein
kommunales Ehrenamt zu opfern.
Die zwei Kolleginnen und die drei Kollegen des Stadtrates, die
heute ausgezeichnet werden, haben in den vergangenen zwei
Jahrzehnten tatkräftig mitgeholfen, unsere Stadt gemeinsam ein
entscheidendes und deutlich sichtbares Stück voranzubringen. Sie
haben eine Vielzahl von Projekten der Daseinsvorsorge für unsere
Bürger mitdiskutiert, Denkanstöße gegeben und bei wichtigen
Weichenstellungen mit entschieden.
Die Arbeit eines Stadtrates ist heute nicht immer einfach.
Begehrlichkeiten und Ansprüche wachsen, die Finanzierung der
Aufgaben wird immer schwieriger. Wer spürt das mehr als ein
kommunaler Mandatsträger? Bei einer Abstimmung im Stadtrat gibt es
nur „Ja“ oder „Nein“, keine Enthaltung. Und die Reaktion der
Bürgerinnen und Bürger erfährt man unmittelbar, manchmal durchaus
auch harsche Kritik. Kritik zu üben ist wichtig, aber sicher auch
einfacher, als sich selbst zu engagieren. Der griechische
Philosoph Platon hat dazu vor langer Zeit formuliert: „Diejenigen,
die zu klug sind, um sich in der Politik zu engagieren, werden
dadurch bestraft, dass sie von Leuten regiert werden, die dümmer
sind als sie selbst.“
Andererseits liegt aber gerade in der Fülle der Aufgaben und der
Komplexität der Themen der besondere Reiz, eine Herausforderung,
in der man auch Erfüllung in der Kommunalpolitik finden kann.
Sie, verehrte zu Ehrende, Sie alle haben mehr als das Notwendige,
mehr als das im Allgemeinen Erwartete für das Wohl der Bürgerinnen
und Bürger unserer Stadt geleistet. Wer sich solange in der
Kommunalpolitik halten kann, - immerhin ist dies Ihre vierte
Amtsperiode - der besitzt schließlich auch das Vertrauen und die
Anerkennung der Bürgerschaft.
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Christine Schrock und Fritz Keller, beide aus der
SPD-Fraktion, wurden mit der Goldenen Bürgermedaille
ausgezeichnet. |
Verehrte Festgäste,
ich darf nun zur Würdigung der Verdienste der heute zu Ehrenden
kommen.
Frau Kollegin Christine Schrock nimmt - wie die übrigen
heute zu Ehrenden - dieses Ehrenamt seit 1990 mit großem
persönlichem Einsatz wahr. Sie leistet seit mehr als zwei
Jahrzehnten anerkannt wertvolle Stadtratsarbeit und sie zählt
längst zu den erfahrenen Stützen Ihrer Fraktion.
Du, liebe Christine, bist eine geschätzte Kollegin im Plenum und
in zahlreichen Fachausschüssen. Deine Arbeitsschwerpunkte setzt Du
im Sozialausschuss, im Jugendhilfeausschuss und im
Stiftungsausschuss - also vornehmlich im Sozialbereich!
Du gehörst aber auch dem Haupt- und Finanzausschuss sowie dem
Personalausschuss als Mitglied an und Du vertrittst die Stadt
bereits seit 20 Jahren mit großer Sachkenntnis als Verbandsrätin
im Zweckverband Abfallwirtschaft Straubing Stadt und Land und seit
dem Jahr 2002 auch im Zweckverband Müllkraftwerk Schwandorf.
In all diese Gremien bringst Du dich ein, Du informierst dich im
Vorfeld über die Themen, die es zu behandeln gilt - bist also
stets bestens vorbereitet - und gerade deshalb ist Deine Mitarbeit
in diesen Fachausschüssen so wertvoll.
In Deiner Fraktion wirst Du vor allem geschätzt wegen Deiner
sprichwörtlichen Zuverlässigkeit, Deiner Flexibilität, Deiner
Effizienz und Sachlichkeit. Bei Dir, liebe Christine, spürt man,
dass Du Freude am kommunalpolitischen Engagement hast. Besonders
die Frauenpolitik liegt Dir am Herzen: Du vertrittst die
Auffassung, dass es grundsätzlich viel zu wenig Frauen in der
Kommunalpolitik gibt und Du giltst als leidenschaftliche Kämpferin
für die Rechte der Frauen.
Neben dem Sozialbereich waren es deshalb vor allem frauen- bzw.
familienpolitische Themen, denen Du dich mit großartigem
Engagement gewidmet hast und immer wieder widmest:
Anfang der 90er Jahre - also in deiner ersten Wahlperiode im
Stadtrat - hast Du mit Vehemenz und Leidenschaft für die
Errichtung eines Frauenhauses in Straubing gekämpft. Nicht zuletzt
Deinem Einsatz war es zu verdanken, dass dieses dann im Januar
1995 eröffnet werden konnte.
Weitere Arbeitsfelder von Dir waren die Optimierung der Hilfen für
Frauen in Not, der Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen und
das Thema „Frauen im Arbeitsleben“. Familiengerechte
Öffnungszeiten in Kindergärten lagen Dir ebenso am Herzen wie
beispielsweise eine ausreichende Anzahl von Hortplätzen.
Verehrte Frau Kollegin Schrock,
liebe Christine,
neben der kommunalpolitischen Arbeit engagierst Du dich auch in
weiteren Ehrenämtern: seit exakt zehn Jahren fungierst Du als
Vorsitzende des Ortsvereins Straubing der Arbeiterwohlfahrt, Du
bist Gründungsmitglied des Frauengesundheitszentrums und Du
engagierst dich beim Kinderschutzbund und im Frauenhaus.
Besonderen Spaß bereitet Dir die Arbeit mit den Seniorinnen und
Senioren. Hier organisierst Du Veranstaltungen, Ausflugsfahrten
und dein Organisationstalent kommt in dieser Funktion so richtig
zur Geltung.
Es ist, meine Damen und Herren, gerade im Ehrenamt sehr wichtig,
mit Freude und Spaß bei der Sache zu sein. Dann merkt man nämlich,
dass ehrenamtliches Engagement nicht nur Einsatz, Stress und viele
Arbeitsstunden bedeutet, sondern dass einem auch eine Menge an
Glück und Zufriedenheit zurückgegeben wird. Und deshalb ist unsere
Stadtratskollegin Christine Schrock auch als Vorsitzende der
Arbeiterwohlfahrt an der richtigen Stelle.
Verehrte Frau Kollegin Schrock,
liebe Christine,
ich freue mich sehr, dass wir dich heute für Deinen Einsatz und
Deine Leistungen auszeichnen dürfen mit der Goldenen
Bürgermedaille der Stadt Straubing.
Herzlichen Glückwunsch!
Verehrte Festgäste,
Kollege Fritz Keller gehörte dem Stadtrat Straubing bereits
von Mai 1990 bis April 2008 - also volle 3 Wahlperioden lang - an
und er ist aufgrund des Ergebnisses der Kommunalwahl 2008 im Juni
2009 als Nachrücker für den leider verstorbenen Stadtratskollegen
Bernd Uekermann erneut Mitglied dieses Gremiums geworden.
Sie, sehr geehrter Herr Kollege Keller, leisten seit 1990
anerkannt wertvolle Stadtratsarbeit. Sie sind ein wichtiges
Mitglied in zahlreichen Ausschüssen des Stadtrates, wie
beispielsweise im Personalausschuss, im Schulausschuss, im
Bauausschuss und im Liegenschaftsausschuss. Sie vertreten die
Stadt als Verbandsrat im Berufsschulverband Straubing-Bogen und
Ihre Mitarbeit wird ebenso geschätzt im Aufsichtsrat der
Stadtwerke Straubing GmbH und im Aufsichtsrat der Städtischen
Parkhaus GmbH. Damit sind auch bereits die Arbeitsschwerpunkte
Ihrer Stadtratstätigkeit genannt.
Bis auf einen, nämlich Ihr Einsatz für die Jugendarbeit bzw. die
Jugendlichen in Straubing.
Sie hatten Zeit Ihres Arbeitslebens als Diplom-Verwaltungswirt und
Berufsberater beim Arbeitsamt Straubing stets mit jungen Leuten zu
tun und seit Sie erstmals ein Stadtratsmandat erhalten haben,
haben Sie sich zum Sprachrohr der Jugend gemacht - und dies
äußerst erfolgreich! Der Stadtrat hat Sie in Ihrer ersten
Wahlperiode von 1990 bis 1996 zum Verwaltungsrat für Jugendfragen
bestellt.
Als Stadtrat und als Verwaltungsrat haben Sie immer das Gespräch
mit den Jugendlichen gesucht und ihre Anliegen ernst genommen. Sie
haben Sich in zahlreichen Kolumnen im Straubinger Tagblatt für
Belange unserer Jugend eingesetzt und Sie haben so manche Anregung
und so manchen Wunsch - verwaltungstauglich formuliert - in die
Arbeit des Stadtrates eingebracht.
An Fleiß, Einsatz und Engagement haben Sie sich von keiner
Kollegin und von keinem Kollegen im Stadtrat übertreffen lassen:
Sie haben in den knapp 20 Jahren Ihrer Stadtratstätigkeit mehr als
400 Anträge an den Oberbürgermeister bzw. an die Stadtverwaltung
gestellt. Dies ist mit Sicherheit ein Rekord.
Egal, ob es sich um die mangelhafte Beleuchtung einer Straße oder
den Wunsch nach staubfreien Straßen handelte, ob es Anträge auf
Verkehrsberuhigung oder auf das Aufstellen von Parkbänken durch
die Stadtgärtnerei sind - sie formulierten das Anliegen und
stellten einen entsprechenden Antrag.
Vor allem setzten und setzen Sie sich immer auch für die Belange
und Wünsche des sogenannten „kleinen Mannes“ ein. In Ihren
häufigen und vor allem regelmäßig stattfindenden Sprechstunden im
Rathaus nehmen Sie sich der vielfältigen Anliegen der Bürgerinnen
und Bürger an und kleiden diese Wünsche in entsprechende Anträge
an die Stadt.
Verehrter Kollege Keller,
Ihr Motto lautete seit jeher: Sie wollen „etwas bewegen“!
Und Sie haben in der Tat auch vieles bewegt bzw. vieles bewirken
können.
Hier nur einige Beispiele:
- Sie haben maßgebend zur Realisierung des Bandhaus-Projektes, das
mit seiner Selbstverwaltung einmalig in Bayern war und ist,
beigetragen.
- Sie haben sich mit Vehemenz für den Aktivspielplatz eingesetzt
(bzw. die Bereitstellung entsprechender Haushaltsmittel
angemahnt).
- Sie waren es, der Anfang der 90er Jahre das Jugendparlament in
unserer Stadt initiiert hat. Straubing war mit dieser Einrichtung
damals deutschlandweit Vorreiter. Sie, Herr Keller, haben dieses
Projekt mehrere Jahre lang intensiv begleitet und unterstützt,
weil sich die parlamentarische Arbeit der Jugendlichen schwierig
gestaltete. Ihre Intention war es, damit der Jugend eine Chance zu
geben, Demokratie zu lernen und zu praktizieren. Nachdem dieses
„Straubinger Modell“ schließlich 1998 aus vielfachen Gründen
scheiterte haben Sie vor drei Jahren zusammen mit mehreren
Mitstreitern einen neuen Anlauf unternommen und einen
entsprechenden Antrag an die Stadt gestellt.
Meine Damen und Herren,
Kollege Fritz Keller engagierte bzw. engagiert sich immer noch
ehrenamtlich bei zahlreichen Vereinen unserer Stadt: beim
Schwimmverein, beim Pétanque-Club, beim Verein „Freunde Romans“,
beim Förderverein „St. Nikola“, bei der Straubinger Volksbühne und
beim Bandhaus Straubing e.V.:
Besonders erwähnenswert ist sein Einsatz für den Tierschutz. Er
ist selbstverständlich Mitglied im Tierschutzverein und bei der
Katzenschutzinitiative.
Sehr geehrter Herr Kollege Keller,
viele Ihrer Kolleginnen und Kollegen im Stadtrat schätzen Sie
aufgrund Ihrer Kollegialität, Ihrer offenen Art, Ihrer
Zuverlässigkeit und Ihrer Fairness. Ich freue mich, dass ich Sie
heute für Ihr verdienstvolles ehrenamtliches Wirken mit der
Goldenen Bürgermedaille der Stadt Straubing auszeichnen darf.
Herzlichen Glückwunsch!
Verehrte Festgäste,
es ist für mich nunmehr eine große Ehre, namens unserer
Bürgerschaft und namens des Stadtrates Straubing die
Bürgermedaille an fünf Kolleginnen und Kollegen des Stadtrates
auszuhändigen.
Verehrte Frau Schrock,
verehrte Frau Speigl,
sehr geehrte Kollegen Keller, Lichtinger und Mittermeier,
lassen Sie sich herzlich beglückwünschen zu dieser Auszeichnung
und lassen Sie mich gleichzeitig der Hoffnung Ausdruck geben, dass
Sie alle unsere gemeinsame Arbeit im Plenum und in den Ausschüssen
noch viele Jahre mit Ihrer Erfahrung und Sachkenntnis mittragen
werden.
Nicht vergessen möchte ich an dieser Stelle auch Ihre Angehörigen,
besonders natürlich die Ehepartner, die keinen geringen Anteil an
den Verdiensten der heute Auszuzeichnenden haben. Wir alle wissen,
dass ein kommunales Amt nicht nur Erfüllung und Bestätigung mit
sich bringt, sondern manchmal auch Ärger, der selbst vor dem
Privatleben in der Familie nicht Halt macht. Die Ehepartner halten
in der Regel den Mandatsträgern den Rücken frei und sie müssen
immer wieder großes Verständnis aufbringen. Dafür an dieser Stelle
ein herzliches „Vergelt’s Gott“!
Gleichzeitig verbinde ich mit meinen Glückwünschen an die heute
Auszuzeichnenden auch meinen anerkennenden Dank an alle
Bürgerinnen und Bürger, die sich in unserer Stadt im Ehrenamt
engagieren. Sie leben mit ihrem Wirken Tugenden vor, ohne die
unser Sozialwesen nicht funktionsfähig wäre, Tugenden, die wir
heute mehr denn je dringend brauchen.
Verehrte Festgäste,
ich freue mich nunmehr, die Goldene Bürgermedaille der Stadt
Straubing aushändigen zu dürfen.
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